In der scheinbar unendlichen Weite der Kunene Region sind sie Zuhause, die Wüstenelefanten Namibias. Vor 80 Jahren durchstreiften etwa 3.000 Elefanten die Region, in den 80er Jahren standen sie mit nur noch 300 Exemplaren durch die Großwildjagt vor der Ausrottung. Durch ein immer stärker werdendes Engagements Namibias im Natur- und Artenschutz und dem Eco Tourismus, ist die Population der Wüstenelefanten heute wieder auf etwa 600 angestiegen. Mit einer weiteren Population im Gourma Reservat in Malawi, sind Namibias Wüstenelefanten die einzigen, die sich an die harschen Bedingungen der Wüste angepasst haben.
Über Generationen hat das auch sichtbare Merkmale hinterlassen: Wüstenelfanten sind schlanker als ihre Artgenossen, haben längere Beine und größere Füße, damit sie weiter und ohne einzusinken durch die sandige Wüste wandern können. Etwa 70 Kilometer legt ein Wüstenelefant täglich auf der Suche nach Futter zurück und damit sieben Mal so viel wie ein Elefant in einem wasserreichen Gebiet. Schließlich braucht ein ausgewachsener Elefant täglich etwa 200 bis 300kg Nahrung und ein großer Teil davon muss wertvolle Nährstoffe erhalten, die nur in der Baumrinde zu finden sind.
Viele Elefanten leben inzwischen in den Begrenzungen der Nationalparks oder privater Wildreservate. Die Wüstenelefanten genießen die uneingeschränkte Freiheit im noch wilden Norden des Landes und durchwandern auf der täglichen Futtersuche weite Strecken. In der Trockenzeit sind sie leicht zu finden erklärt uns unser Guide Michael, dann wandern sie im trockenen Flussbett des Hoanib. In der Regenzeit wird es schwieriger, denn dann finden sie überall frisches Grün.
Mit dem ersten Tageslicht machen wir uns mit Michael auf den Weg zum ausgetrockneten Flussbett des Hooniab. Nicht zu glauben, dass sich diese Sandlandschaft etwa alle sieben Jahre in einen gefährlich reißenden Strom verwandeln soll. Aber auch in der Zwischenzeit scheinen die Wurzeln der Bäume entlang des Flussbettes genügend Grundwasser zu bekommen, um zu überleben und grüne Blätter zu tragen. Für „normale“ Elefanten gerade mal genug für einen Appetithappen, aber die Lebensgrundlage für die sanften Riesen der Wüste. Mit wenigen anderen Wildtieren haben sie es geschafft, sich an das harsche Wüstenklima anzupassen.
Michael fährt uns direkt in das Flussbett hinein und zwischen dem Grün der Bäume entdecken wir die ersten Dickhäuter. „Das ist Oskars Gruppe“, erklärt uns unser Guide. Er kennt seine Elefanten und ihr Verhalten genau. Oskar ist an nur einem Stoßzahn zu erkennen und ihre Herde ist für ihr ausgeglichenes Verhalten bekannt.
Fast lautlos bewegen sich die sanften Riesen im Sand, nur das knacken der Äste ist ab und an zu hören. Auffallend vorsichtig zupfen sie an den grünen Blättern oder reißen kleine Teile der Baumrinde ab, bevor sie zum nächsten Busch wandern. Der Nachwuchs im Schlepptau folgt dem Vorbild seiner weisen Mütter.
Wir hätten gedacht, dass eine solche Herde diese paar Büsche im Handumdrehen der kargen Wüste angleichen würde. In Nationalparks mit großen Elefantenpopulationen sieht man oft großen Flächen der Verwüstung. Die Wüstenelefanten scheinen vorsichtiger und äußerst vorausschauend zu handeln. Sie nehmen nur so viel von dem Baum, dass er überleben kann und sie auch in Zukunft mit wertvoller Nahrung versorgt.
„Elefanten sind fantastische Wasserfinder, erklärt und Michael, sie riechen das ersehnte Naß tief in der Erde des Flussbettes und graben Wasserlöcher. Außerdem erinnern sie sich über Jahrzehnte an Wasserstellen und überleben so lange Trockenzeiten.“
Das Leben in Freiheit birgt auch Gefahren für die Dickhäuter, denn sie leben mit den Einheimischen Herero und Himba und das birgt Konfliktpotenzial. Immer wieder zerstören sie Viehtränken und Brunnen auf der Suche nach Wasser. Die Stiftung Desert Elefant Conservation hat sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, die Tiere zu erforschen, sondern auch die Konflikte zwischen Elefant und Menschen zu schlichten.
Mit ihrer Aufklärungsarbeit und der ganz praktischen Unterstützung wie dem Errichten von „Elefantenschutz“ zum Schutz von Brunnen und Tränken, haben sie schon für ein besseres Miteinander gesorgt.
In der Ferne taucht eine zweite Herde auf. Die Zahnlosen klärt uns Michael auf. Und tatsächlich diese Herde hat keine Stoßzähne. Auch sie wandern immer entlang des grünen Streifen des Flussbettes. Wir genießen es noch eine Weile die sanften Riesen und ihre Jungtiere in der einzigartigen Kulisse der Wüste zu beobachten.
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